Es ist Samstag, halb fünf morgens und ich sitze in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums.
Und wenn Sie sich jetzt fragen, was ich zu so einer gottverlassenen Uhrzeit hier will, werde ich Ihnen zum besseren Verständnis erst mal unsere Umgebung beschreiben.

Unser Arbeitsplatz ist übersät mit allerlei nützlichen Dingen: Formelsammlung, Taschenrechner, Stifte, Aufgabenzettel, leere Gummibärentüten und eine halb angefangene Wasserflasche. Und drum herum viele Leute, deren Köpfe am Rauchen sind. Wissen Sie immer noch nicht,  wovon ich spreche? Noch ein Tipp: Es hat mit Mathe zu tun, es dauert lange und findet nachts statt. Oder anders gesagt, ich zähle mich zu den glücklichen Teilnehmern der „Langen Nacht der Mathematik“.

Wie, Sie kennen diesen Wettbewerb nicht? Dann werde ich Ihnen das mal schnell erklären. Die „Lange Nacht der Mathematik“ ist ein online -Wettbewerb mit drei Runden, dessen Ziel es ist in jeder Runde im Team zehn knifflige Matheaufgaben zu lösen. Die Teilnehmer sind in Jahrgangsstufen unterteilt und bekommen ihrem Wissenstand entsprechende Aufgaben. Sobald ein Team der Meinung ist, die richtigen Lösungen zu haben, werden diese auf der Internetseite eingetippt und von einem speziellen Programm überprüft.

   

Um 18 Uhr am Freitag Abend ging es los. Alle Teams erwarteten mit Spannung, ausgerüstet mit Chips und Cola, ihre Aufgaben. Nach 2 bis 3 Stunden haben die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 5 als erste ihre Lösungen eingegeben. Es waren auch viele Lösungen richtig, aber noch nicht alle zehn. Gestärkt mit Pizza gelang den Teams der 5 jedoch noch vor Mitternacht der Sprung in die zweite Runde. Die Teams der höheren Jahrgangsstufen zogen alsbald nach.

Doch, wo gearbeitet wird, da passieren auch Fehler auch Computerprogramme sind nicht immer ganz fehlerfrei. Das bekam mein Oberstufenteam heute zu spüren, da leider eine richtige Lösung zunächst als ‚falsch’ bewertet wurde. Das Warten auf die Programmkorrektur erschien uns langwierig und die Müdigkeit drängte sich mit Macht in den Mittelpunkt. Also beschloss ich, mich bis zum Beheben des Fehlers ein wenig schlafen zu legen, die anderen Teammitglieder unterstützten andere Teams. Schlafen war ebenfalls ein schwieriges Unterfangen, was bei circa fünfzig Anwesenden kein Wunder ist. Kreischen, Rufen, Türen Knallen – all das hindert ein wenig beim Einschlafen.

Doch nun sitze ich wieder hier am Arbeitsplatz unserer Gruppe und berichte Ihnen von der Nacht, während meine Teamkollegen über den Aufgaben der zweiten Runde brüten (und verzweifeln?).

   

Fazit: Meine Augen brennen, mein Kopf tut weh und ich sehe Zahlen vor mir herumschwirren, doch Spaß hatte ich allemal! Und außerdem gibt es in vier Stunden Frühstück!

Nachtrag (06:30Uhr): Wir haben es soeben geschafft mit Hilfe aller anwesenden Lehrer, sämtlicher anwesender Oberstufenschüler (5) und allen Schülern der Jahrgangsstufe 5 und 6 in die dritte Runde der 5. und 6. Jahrgangsstufe zu kommen! Wir haben noch bis 08:00Uhr Zeit, die Aufgaben auch zu lösen, dann endet der Wettbewerb.

Fazit: Kaum zu glauben: Mehr als fünfzig SchülerInnen haben sich 14 Stunden lang mit kniffligen Mathematikaufgaben beschäftigt, und das auch noch sehr erfolgreich.

Guten Morgen und eine erholsame nächste Nacht wünschen die Teilnehmer der „Langen Nacht der Mathematik“.