﻿{"id":656,"date":"2017-02-13T21:03:27","date_gmt":"2017-02-13T20:03:27","guid":{"rendered":"http:\/\/173.212.200.183\/fbg\/?page_id=656"},"modified":"2017-02-13T21:03:27","modified_gmt":"2017-02-13T20:03:27","slug":"der-wiederaufbau-1945-bis-1957","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fbg.schwerte.de\/fbg\/der-wiederaufbau-1945-bis-1957\/","title":{"rendered":"Der Wiederaufbau 1945 bis 1957"},"content":{"rendered":"<div id=\"container\">Ich war seit 1919 zuerst Studienassessor und dann Studienrat an der damaligen Oberrealschule und sp\u00e4teren Ludendorff-Oberschule in Dortmund und betreute seit Sommer 1943 die Sch\u00fcler, welche als Luftwaffenhelfer bei den Dortmunder Flakbatterien Kriegsdienst leisteten. Diese Arbeit endete im Oktober 1944. Seitdem besch\u00e4ftigte ich mich mit dem Bergen der umfangreichen physikalischen und chemischen Sammlungen aus dem schon halbzerst\u00f6rten Schulgeb\u00e4ude, die ich 20 Jahre lang aufgebaut, erneuert und verwaltet hatte. Zum Januar 1945 erhielt ich vom Schulkollegium M\u00fcnster eine Vertretung an der Oberschule f\u00fcr Jungen in Unna und im Februar 1945 eine gleiche in Schwer-te. Ich meldete mich zum Dienstantritt bei Herrn Oberstudienrat Dr. Fromen, der die Schule vertre-tungsweise leitete. Der eigentliche Direktor der Schwerter Oberschule war vom nationalsozialisti-schen Kultusministerium ernannt \u2013 Herr Oberstudiendirektor Oehler, der vorher Studienrat in Hagen gewesen war. Da Herr Oehler aber als Offizier im Felde stand, hat er nie an der Oberschule Dienst getan. Er verlor seine Stelle daher nach dem Zusammenbruch.<\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"content\">\nDer Unterricht wurde schlecht und recht aufrechterhalten. Es gab viele Alarme. Die meisten Sch\u00fcler gingen bei Vormittagsalarm meist schnell nach Hause. Manche Sch\u00fcler und auch Lehrer blieben im Luftschutzkeller. Dieser Raum war nur ein Teil des mit Holzstempeln abgest\u00fctzten Kellers, in dem auch die Hausmeisterwohnung lag. Ich habe immer ein unsicheres Gef\u00fchl darin gehabt. Da ich in Dortmund wohnen blieb, kam ich Anfangs mit der Stra\u00dfenbahn \u00fcber Horde nach Schwerte und sp\u00e4ter, als die Bahn nach gr\u00f6\u00dferen Bombenangriffen nicht mehr fuhr, mit dem Fahrrad, So war es auch, als ein Teilangriff auf Schwerte erfolgte. Ich fuhr nach dem Mittagsalarm die H\u00f6rderstra\u00dfe hinauf und kam in den gro\u00dfen Angriff auf Dortmund. Die Bomben sausten \u00fcber mir weg in Richtung Nickelwerk. Der Himmel verfinsterte sich und der Nordwind trieb schwarzen Rauch mit ver-kohlten Papierfetzen \u00fcber Schwerte hinweg, Aus dem H\u00f6rder Rohr schlugen Flammen und die H\u00e4user an der Kluse brannten. Es war jener Tag, an dem am Nickelwerk in Schwerte viele Men-schen umkamen und auch die Sch\u00fclerin Margarete Mergenthaler aus der 6. Klasse ihr Leben lassen mu\u00dfte. Meine Wohnung in Dortmund war heil gehlieben, wenn auch schon ziemlich von Bomben-splittern durchsetzt. So trieb die Kriegslage ihrem tragischen Ende zu. Das Schlimmste kam aber noch f\u00fcr mich. Am 12. 3. hatten wir Nachmittagsunterricht. Um 16 Uhr gab es Alarm. Ich fuhr schnell gegen Dortmund zu und erlebte bei Nathe den schlimmsten Angriff, der Dortmund zerst\u00f6r-te. Hunderte von viermotorigen Bombern warfen ihre t\u00f6dliche Last ab. Die Erde zitterte und bebte. Nachdem ich etwa eine Stunde gewartet hatte, wagte ich mich mit meinem Rad nach Dortmund zur\u00fcck. Ab H\u00f6rde mu\u00dfe ich das Rad meist \u00fcber zerw\u00fchltes Gel\u00e4nde und Bombentrichter tragen. Leichen lagen umher, der Westfalendamm war nur noch ein Trichterfeld.<\/p>\n<p>Ein Bombenvolltreffer hatte unser Haus getroffen und alles zerst\u00f6rt. Meine Frau und meine Tochter fand ich verst\u00f6rt, aber unverletzt im Bunker an der Sonnenstra\u00dfe. Wir lebten drei N\u00e4chte dort und dann nahm ich das An-gebot meines Kollegen, Studienrat Frieber, an und wir drei zogen, nur mit dem Notd\u00fcrftigsten ver-sehen, zu Fu\u00df \u00fcber Benninghofen und den Sommerberg zur Bergstra\u00dfe, wo wir von Familie Frieber gastfreundlich aufgenommen wurden. Der Weg \u00fcber H\u00f6rde war zu gef\u00e4hrlich, weil dort am Tage die Jagdbomber auf die Menschen sch\u00f6ssen. Auch die Stra\u00dfen nach Ergste, Geisecke und Hagen wurden von feindlichen Jabos \u00fcberwacht, soda\u00df der Unterricht eingestellt werden ma\u00dfte. Die L\u00e4-den in Schwerte wurden erst ab 18 Uhr ge\u00f6ffnet, da es am Tage zu gef\u00e4hrlich war. Damit war das schulische Leben zun\u00e4chst erloschen und alle Menschen richteten sich darauf ein, den Untergang des Reiches zu \u00fcberstehen. In der Nacht zum 13. April, um 4 Uhr Nachts erfolgte der Einmarsch der Amerikaner.<br \/>\nDa nunmehr die Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen frei wurden und Trupps von ihnen durch das Land zogen, um nach Hause zu kommen, wurde es abends gef\u00e4hrlich. Eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Fremdarbeitern wurde ins Gymnasium gelegt und hausten wie Wilde darin. Die Hausmeisterin, Frau Busemann, konnte es nicht verhindern, da\u00df Teile der naturwissenschaftlichen Sammlungen zerst\u00f6rt wurden. Tische und B\u00e4nken dienten zur Feuerung, Landkarten wurden zerschnitten und daraus Fenstervorh\u00e4nge gemacht.<br \/>\nDiejenigen Lehrer, die, wie ich, keine Mitglieder der NSDAP gewesen waren, wurden bei der Stadtverwaltung besch\u00e4ftigt, die \u00fcbrigen mussten ohne Gehalt vom Dienst suspendiert werden und sich der Entscheidung der Entnazifizierungskommission stellen. Da noch keine Aussicht bestand f\u00fcr die Wiederer\u00f6ffnung der Schule bl\u00fchte der private Nachhilfeunterricht, da die Eltern richtig erkann-ten, da\u00df ihre Kinder nicht tatenlos herumlaufen durften. Die Verpflegung war schlecht, doch schon ab August gab es vermehrte Brotrationen.<\/p>\n<p>Leider traf die traurige Nachricht ein, da\u00df Herr Stadienrat Frederking, f\u00fcr den ich die Vertretung \u00fcbernommen hatte, noch in den letzten Tagen des Krieges gefallen war. Einige Kollegen, die als Volkssturmleute in Gefangenschaft geraten waren, kamen total ersch\u00f6pft zur\u00fcck. Die Monate Au-gust und September vergingen so und man hatte nur das bestreben, die schmale Kost aufzubessern. Inzwischen hatte ich auch eine kleine Wohnung in der Sch\u00fctzenstra\u00dfe erhalten.<br \/>\nAm 25. 10. lie\u00df mich der von den Amerikanern eingesetzte B\u00fcrgermeister Pfarrer Kleinemeyer ru-fen, um mir die Direktorstelle der Oberschule anzutragen. Ich nahm an und setzte mein Bewer-bungsschreiben auf. Ich fuhr auch sofort nach M\u00fcnster, wo ich meinen fr\u00fcheren Direktor, Dr. phil. H. Keisker als Oberschulrat antraf. Daher konnte mir der Herr B\u00fcrgermeister schon am 9. 11. die stellvertretende Leitung der Oberschule \u00fcbertragen, mit dem Ersuchen, die F\u00f6rderlehrg\u00e4nge und die Klassen m\u00f6glichst schnell wiedereinzurichten. Am 10. 11 \u00fcbernahm ich von Herrn Oberstudienrat Dr. Fromen die Amtsgesch\u00e4fte. Es stellte sich heraus, da\u00df ausser mir und Herrn Dr. Kintrup nur die Herren Wienken, Dr. Fromen und Frieber zum Unterricht zugelassen waren.<br \/>\nIm allgemeinen Wiederaufbau nahm nat\u00fcrlich der Wiederaufbau des Gymnasiums nicht die erste Stelle ein, denn zuerst mu\u00dften die notwendigsten Dinge des t\u00e4glichen Lebens wieder in Gang ge-bracht werden. Das Schulgeb\u00e4ude an der Lessingstra\u00dfe war in dem gegenw\u00e4rtigen Zustand nicht zu gebrauchen. Auf der ersten Lehrerkonferenz am 29. 11. konnten wohl die anstehenden Fragen be-sprochen, aber noch keine Entscheidungen getroffen werden. Ich bem\u00fchte mich um Lehrkr\u00e4fte, be-sonders am die Wiederzulassung von Herrn Dr. Hiddemann. Auch bombardierte ich das Schulkolle-gium mit Anfragen, Anregungen und Vorschl\u00e4gen. Aber es war nicht m\u00f6glich, b\u00fcrokratische Hem-mungen der Herren in M\u00fcnster zu \u00fcberwinden. Ich war der Meinung, da\u00df die Lage nach einem voll-st\u00e4ndigen Zusammenbruch und nach der bedingungslosen Kapitulation nur mit drastischen und un-konventionellen Mitteln zu meistern war. Ich habe mehrere Male in M\u00fcnster heftige Auseinander-setzungen gehabt, aber es war erfolglos.<\/p>\n<p>Am 16. 12. war noch keine \u00c4nderung der Lage zu bemerken, doch sickerte das Ger\u00fccht durch, da\u00df eine Verf\u00fcgung unterwegs sei. Ich er\u00f6ffnete im Rathaus ein B\u00fcro zur Anmeldung von Sch\u00fclern und Teilnehmern an den F\u00f6rder-lehrg\u00e4ngen zur Erlangung der Reifepr\u00fcfung. In diese Lehrg\u00e4nge konnten alle diejenigen Sch\u00fcler aufgenommen werden, die mit dem Reifevermerk ohne Pr\u00fcfung zur Wehrmacht entlassen worden waren. Aber noch kam keine Verf\u00fcgung von M\u00fcnster. So ging der Dezember ins Land und wir feierten das erste Weihnachtsfest in friedlicher Stimmung und gl\u00fccklich, lebend davongekommen zu sein. Die Zukunft war sehr d\u00fcster. Noch schwebte das Damoklesschwert des Morgentauplans \u00fcber uns, aber wir verloren auch beim Eintritt ins neue Jahr 1946 den Mut nicht. Endlich war es so weit.<\/p>\n<p>Durch Erlass vom 15. 2. 1946 wurde die Wiederer\u00f6ffnung genehmigt. Aber auch die Engl\u00e4nder, die die Amerikaner bei der Besetzung abgel\u00f6st hatten, mu\u00dften erst die Genehmigung aussprechen. Der Erlass war eine Entt\u00e4uschung. Es wurde nur die Unterrichtserlaubnis der Herren Dr. Kintrup, Frie-ber und Wienken ausgesprochen. So waren wir nur vier Lehrer und damit konnte h\u00f6chstens der F\u00f6rderlehrgang aufgemacht werden. Da mich der englische Kommissar als Leiter best\u00e4tigte, hatte ich mehr Freiheit. Ich bem\u00fchte mich mit allen Mitteln um die Zulassung der Herren Korb, St\u00fcttgen, Nimtz und Lehnert. Herr Nimtz war ein junger Studienassessor, der als Vertriebener aus Pommern gekommen war, und Herr Lehnert war ein Diplomingenieur und Lehrer an einer h\u00f6heren technischen Lehranstalt in M\u00e4hrisch-Ostrau. Er kam als Chemiker in Frage. Dann meldete sich noch Herr Studi-enassessor George, der aus Schlesien kam. F\u00fcr ihn konnte ich die Genehmigung zum Unterricht er-langen. Desgleichen f\u00fcr die Herren St\u00fctten und Nimtz.<\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz er\u00f6ffneten wir dann die beiden F\u00f6rderlehrg\u00e4nge. Es waren 67 Teilnehmer und Teilneh-merinnen, die in zwei Klassenr\u00e4umen der alten Schule an der Kuhstra\u00dfe ihre Arbeit aufnahmen. Die jungen Leute waren Kriegsteilnehmer, zum Teil Offiziere, auch mit Kriegsauszeichnungen. Da nur die Hauptf\u00e4cher gegeben wurden, konnten wir beginnen. Herr Dr. Kintrup und ich \u00fcbernahmen die beiden Klassen und die Herren St\u00fcttgen, Nimtz und George sowie Herr Lehnert teilten sich in die \u00fcbrigen F\u00e4cher.<br \/>\nDer Kursus sollte bis zum Sommer dauern, doch konnten Teilnehmer mit besonderen Leistungen vorzeitig mit dem Zeugnis der Reife entlassen werden. Es wurden nun anstrengende Monate mit schwerer, weil komprimierter Arbeit f\u00fcr Teilnehmer und Lehrer. Wir waren ganz auf uns selbst ge-stellt, ohne Anweisung von oben. Der Anfang brachte Schwierigkeiten, denn: Aus dem Feld durch den Zusammenbruch auf die Schulbank, einige als ehemalige Kompagnief\u00fchrer, das war nicht ein-fach. Ich hatte noch Erfahrungen von Ostern 1919, als wir nach dem ersten Weltkrieg ebenfalls Kriegsteilnehmer auf die Reifepr\u00fcfung vorzubereiten hatten, Doch damals kam ich selbst auch als junger Leutnant und Assessor aus dem Krieg und wir unterrichteten gewisserma\u00dfen als Kameraden. Aber es lief alles gut an und wir Lehrer hatten viel Freude an dieser Arbeit. So auch bei unseren Kursen.<br \/>\nDa\u00df diese Kursusteilnehmer gr\u00f6\u00dftenteils aus Dortmund stammten, war kein Wunder, denn das fast v\u00f6llig zerst\u00f6rte Dortmund war noch nicht in der Lage, Schulen zu er\u00f6ffnen. Ich nenne die Namen der 66 Teilnehmer, weil sie die ersten waren, die den Schulbetrieb wiederer\u00f6ffneten:<\/p>\n<p>Zuerst nenne ich die sieben, welche wegen besonderer Leistungen das Reifezeugnis vor den Sommerferien erhielten:<\/p>\n<p>1) Hans-Georg Lengemann,<br \/>\n2) Wilhelm Reuter,<br \/>\n3) Reinhold Klaus,<br \/>\n4) Wilhelm Theiss,<br \/>\n5) Friedrich Dicke,<br \/>\n6) Hans Kl\u00fcting,<br \/>\n7) Lena Linner<\/p>\n<p>Die Namen der anderen 59 lauten:<\/p>\n<p>1) Ellen Baukenkrodt,<br \/>\n2) Paul Behrenbeck,<br \/>\n3) Grete Bergmann,<br \/>\n4) Peter Bimberg,<br \/>\n5) Hanna Br\u00e4king,<br \/>\n6) Friedel Brune,<br \/>\n7) Else Bu\u00dfmann,<br \/>\n8) Karlheinz Elsing,<br \/>\n9) Wolfgang Ernst,<br \/>\n10) Siegfried Freisleben,<br \/>\n11) Dora Giese,<br \/>\n12) Horst Walter Haak,<br \/>\n13) Johann Hajdu,<br \/>\n14) J\u00fcrgen Hidding,<br \/>\n15) Walter H\u00f6her,<br \/>\n16) Inge H\u00f6velmann,<br \/>\n17) Wilhelm Kraumendahl,<br \/>\n18) Arthur Kritzler,<br \/>\n19) G\u00fcnter Luck,<br \/>\n20) Hermann Millard,<br \/>\n21) Franz Niggemeier,<br \/>\n22) Christel Petersmann,<br \/>\n23) Rudolf Ostermann,<br \/>\n24) Theo P\u00e4hler,<br \/>\n25) Fritz P\u00f6tter,<br \/>\n26) Friedrich Plate,<br \/>\n27) Norbert Rustemeyer,<br \/>\n28) Walter Schmidt,<br \/>\n29) Paula Schreckenberg,<br \/>\n30) Manfred Sentko,<br \/>\n31) Inge Seyfahrt,<br \/>\n32) Renate Siegmund,<br \/>\n33) Franz-Josef Stiens,<br \/>\n34) Annegret Wiegand,<br \/>\n35) Dieter Dieckmann,<br \/>\n36) Trutz Dortschy,<br \/>\n37) Gisela Enk,<br \/>\n38) Hedwig Garre,<br \/>\n39) Wilfried Hacheney,<br \/>\n40) Hubert Heckmann,<br \/>\n41) Gerhard Holdinghausen,<br \/>\n42) Udo H\u00f6velmann,<br \/>\n43) Ursula Korte,<br \/>\n44) Karl Heinz Kracht,<br \/>\n45) Waltraud Rahn,<br \/>\n46) Klaus Reusse,<br \/>\n47) G\u00fcnter Richwin,<br \/>\n48) Gerald R\u00f6thke,<br \/>\n49) Margret Schmalohr,<br \/>\n50) Hans Schmidt,<br \/>\n51) Friedrich Sock,<br \/>\n52) Gerd Stehl,<br \/>\n53) Rolf Tschiersch,<br \/>\n54) Wolfram Vogel,<br \/>\n55) Wilhelm Watermann,<br \/>\n56) Doris Winkler,<br \/>\n57) Ernst G\u00fcnter Wolff,<br \/>\n58) Kurt Wollhaupt,<br \/>\n59) Liselotte Zebrowski.<\/p>\n<p>Inzwischen wurde auch der Schulunterricht wiederaufgenommen. In Ermangelung von Lehrkr\u00e4ften kamen die Klassen 1, 2, 3, 4a und 4b vorl\u00e4ufig dreimal in der Woche je eine Stande zur Schule. Die R\u00e4ume hatten die Volksschulen zur Verf\u00fcgung gestellt. Dort nahmen die Sch\u00fcler Wiederholsangs-aufgaben entgegen, die als Hausaufgaben f\u00fcr die n\u00e4chste Stunde abgeliefert werden mu\u00dften. Es waren deutsche Aufsatzthemen, Wortbildungs\u00fcbungen, Latein\u00fcbungen und Rechen- und Mathema-tikaufgaben. So erfassten wir zun\u00e4chst 241 Sch\u00fcler, ohne F\u00f6rderlehrg\u00e4nge. Dieser Ersatzunterricht begann am 5. 3. 1946.Ausserdem wurde eine Kinderspeisung eingerichtet. Im Laufe der n\u00e4chsten Wochen wurde auch die Instandsetzungsarbeit am Gymnasialgeb\u00e4ude begonnen.<\/p>\n<p>Das Lehrerkollegium setzte sieh aus folgenden Herren zusammen:<br \/>\n1. Komm. Schulleiter: Studienrat Wilhelm J\u00e4de,<br \/>\n2. Die Studienr\u00e4te Dr. Arthur Kintrup, Walter Wienken und Paul Frieber.<br \/>\n3. Die Studienassessoren Heinrich St\u00fcttgen, Siegfried Nimtz und Helmut George.<br \/>\n4. Diplomingenieur A. Lehnert.<br \/>\nZu erwarten war die Wiedereinstellung des Herrn Studienrat J. Korb. Vom Unterricht waren noch suspendiert die Herren Studienr\u00e4te Dr. Hiddemann, Klaus, Buckem\u00fcller sowie die Oberschullehrer Lengemann und Grundmann, desgl. Herr Oberstudienrat Dr. Fromen. Herr Studienrat Abel befand sich noch in Kriegsgefangenschaft in Ru\u00dfland.<br \/>\nAm 1. 5. wurde die 5. Klasse er\u00f6ffnet und so war ich gen\u00f6tigt, den Ausbau des Gymnasialgeb\u00e4udes pers\u00f6nlich voranzutreiben, damit endlich ein regelrechter Unterricht begonnen werden konnte. Zum Lehrerkollegium kamen noch hinzu Herr Diplomingenieur Jung zur Aushilfe f\u00fcr Latein und Franz\u00f6sisch und der katholische Vikar M\u00fcnzner. Die Lehrkr\u00e4fte waren sehr stark belastet und der Unter-richt wurde scharf gehandhabt, damit die Sch\u00fcler nicht noch ein Jahr verlieren sollten. Bald kamen dann noch die Klassen 6 und 7 dazu und ein Sonderlehrgang zur Erlangung der Reifepr\u00fcfung. Ich mu\u00df aber auch hervorheben, da\u00df eine gro\u00dfe Unruhe dadurch in die Schulverh\u00e4ltnisse kam, da\u00df t\u00e4g-lich neue Sch\u00fcler sich anmeldeten, darunter viele Heimatvertriebene und Sch\u00fcler aus Dortmund, da\u00df aber auch Dortmunder Sch\u00fcler die Schule verlie\u00dfen, wenn in Dortmund wieder Aufnahmem\u00f6glich-keit bestand. Das vergr\u00f6\u00dferte die Verantwortung der Lehrer ausserordentlich, denn die Sch\u00e4den sollten von der Jugend ferngehalten, aber die ungeeigneten Elemente auch ausgemerzt werden.<\/p>\n<p>Am 20. 7. fand die m\u00fcndl. Reifepr\u00fcfung und gleichzeitige Entlassung der 7 genannten Teilnehmer der F\u00f6rderlehrg\u00e4nge statt, die auf Grund besonderer Leistungen vorzeitig zugelassen waren. Am gleichen Tage betrug die Zahl der Sch\u00fcler 447 ohne F\u00f6rderlehrgang. Die schriftliche Reifepr\u00fcfung der anderen fand statt vom 16. 9. his 19. 9. 1946 und die m\u00fcndliche vom 30. 9. bis zum 5. 10. 1946.<br \/>\nDamit war eine gro\u00dfe Arbeit abgeschlossen. Sie brachte sehr viel Arbeit, nicht nur in p\u00e4dagogischer Hinsicht, sondern auch in Bezug auf den Papierkrieg. Wir Mitglieder des Kollegiums waren v\u00f6llig auf uns selbst gestellt und mu\u00dften nebenbei noch die Riesenarbeit des Wiederaufbaus der Klassen und des Geb\u00e4udes mitbew\u00e4ltigen. Es gab sehr scharfe Auseinandersetzungen mit vorgesetzten Be-h\u00f6rden, die sich so zuspitzten, da\u00df ich am 23. 9. 1946 nach einer Auseinandersetzung im Schulkol-legium in M\u00fcnster mein Amt als komm. Leiter des Gymnasiums niederlegte. Dabei spielten auch politische Gr\u00fcnde eine Rolle. Am 1. Oktober \u00fcbernahm dann Herr Studienrat Dr. Kintrup die komm. Leitung des Gymnasiums.<\/p>\n<p>Inzwischen war auch das alte Schulgeb\u00e4ude wieder bezogen worden. Die Firma Turnmeyer-Hagen lieferte neue Schulb\u00e4nke und wenn es auch an Wohnlichkeit mangelte, so waren doch Eltern, Lehrer und Sch\u00fcler froh, da\u00df nun endlich mit einer regelm\u00e4\u00dfigen Arbeit begonnen werden konnte. Am 30. November 1946 endete die T\u00e4tigkeit des Herr Diplomingenieurs Hermann Jung und an seine Stelle trat der Studienassessor Dr. Borgis. Aber nun kamen andere Unannehmlichkeiten: Wegen g\u00e4nzli-chen Mangels an Heizmaterial konnte der Unterricht ab Montag, dem 25. November nicht mehr durchgef\u00fchrt werden. Nun mu\u00dften die Sch\u00fcler t\u00e4glich um 10:30 Uhr zur Schule kommen, wo die Hausaufgaben \u00fcberpr\u00fcft und neue Aufgaben f\u00fcr den folgenden Tag gestellt wurden. Doch bald gelang es uns, durch Beziehungen wieder Koks zu erhalten, soda\u00df der Unterricht wieder aufge-nommen werden konnte. Aber solche Koksm\u00e4ngel traten im Laufe des n\u00e4chsten Winters noch meh-rere Male auf. Bald wurden auch die Herren Dr. Hiddemann und Frieber wieder zugelassen, soda\u00df wir mit mehr Hoffnung in die Weihnachtsferien gingen, als ein Jahr vorher. Das Geb\u00e4ude verf\u00fcgte nun \u00fcber 11 Klassenr\u00e4ume und einen Physikraum, aber die Turnhalle und die Aula waren noch nicht zu benutzen. Daneben hatten wir noch 3 Klassenr\u00e4ume an die st\u00e4dt. Berufsschule abgetreten. Aus-serdem machten wir Schichtunterricht mit dem M\u00e4dchengymnasium, abwechselnd vor- und nach-mittags.<br \/>\nDas neue Jahr begann mit zwei bemerkenswerten Ereignissen. Herr Studienrat Abel kehrte aus russi-scher Gefangenschaft zur\u00fcck und nahm seinen Unterricht auf. Herr Oberschullehrer Lengemann erlitt am 22. 1. einen Herzschlag und verschied. Es war ihm nicht verg\u00f6nnt, seine Wiederzulassung zum Unterricht zu erleben.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler hatten l\u00e4ngere Weihnachtsferien, da sich der Koksmangel wieder bemerkbar machte und begannen den Unterricht im neuen Jahre erst am 22. Januar. Auch im Februar mu\u00dfte der Unter-richt der K\u00e4lte wegen f\u00fcr 7 Tage ausfallen, es gelang aber, f\u00fcr die Sonderlehrg\u00e4nge den Konfirman-densaal zu erhalten, soda\u00df diese Sch\u00fcler keine Einbu\u00dfe erlitten. Aber auch an den Tagen, an denen kein Unterricht erteilt werden konnte, kamen die anderen Sch\u00fcler t\u00e4glich zur Schule, am die Haus-aufgaben \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen und neue in Empfang zu nehmen. Im Anschlu\u00df daran fand jeweils die Schulspeisang statt. Ende Februar kam als neuer Lehrer noch der ehemalige Abiturient und jet-zige Stadienreferendar Hellmut Schmidt, soda\u00df die Unterrichtsverteilung wieder verbessert werden konnte. Auch Herr Pastor Millard \u00fcbernahm einige Stunden ev. Religionsunterricht. Trotzdem be-stand ein f\u00fchlbarer Lehremangel. Denn zur Neuaufnahme f\u00fcr die Sexta meldeten sich 84 Sch\u00fcler. Auch mu\u00dften f\u00fcr Ostern zwei 5. Klassen erwartet werden, die ja neu hinzukamen. Das waren also 3 bis 4 neue Klassen. Ausserdem war Herr Dr. Fromen noch entlassen. Da seine Zulassung zu erwar-ten war, konnte man f\u00fcr das neue Schuljahr mit 17 Lehrkr\u00e4ften rechnen: Dr. Kintrup als komm. Lei-ter, und den Herren Frieber, Hiddemann, J\u00e4de, Fromen, Klaus, Korb, Wienken, Abel, Buckem\u00fcller, Grundmann, St\u00fcttgen, George, Nimtz, Borgis, Millard und M\u00fcnzner. Ausser Kunsterziehung waren daher alle F\u00e4cher besetzt. Die Versetzung der Sch\u00fcler fand erst am 23. Mai statt. Da aber die Son-derlehrg\u00e4nge im Juni schon ihre Reifepr\u00fcfung ablegten, ging das neue Schuljahr voller Hoffnung an. Leider konnten wir auf die Mitarbeit der Herren Fromen und Abel noch nicht rechnen, da die Mili-t\u00e4rregierung sich noch nicht entschlie\u00dfen konnte, die Zulassung auszusprechen. Sie erfolgte f\u00fcr Herrn Abel erst am 3. 3. 1948 und f\u00fcr Herrn Dr. Fromen erst Ende April. Im Allgemeinen konnten aber St\u00f6rungen des Unterrichts aufgefangen werden. Leider konnten wegen Platzmangel von den in der Sextaaufnahmepr\u00fcfung gepr\u00fcften 83 Sch\u00fclern nur 54 aufgenommen werden. So konnten wir mit einiger Zuversicht ins neue Schuljahr gehen. Man mu\u00df bedenken, da\u00df damals noch die R-Markzeit war und da\u00df der Wert dieser Mark gering war.<\/p>\n<p>Auch die Zahl der Sch\u00fcler war zur\u00fcckgegangen, nachdem die Sonderlehrg\u00e4nge im Juli 1947 ihre Reifepr\u00fcfung gemacht hatten. Die Zahl betrug am 15. 5. 1948 403, darunter 178 Ausw\u00e4rtige und 8 Sch\u00fclerinnen. In den Jahren 1919 bis 1939 betrag die durchschnittliche Sch\u00fclerzahl pro Jahr 259. Nach dem Kriege schwoll sie zun\u00e4chst an und nun ging sie langsam zur\u00fcck. Die Ausr\u00fcstung der Schule mit Lehrmitteln war sehr schlecht geworden; der Unterhaltstr\u00e4ger \u2013 die Stadt \u2013 war nicht in der Lage, besondere Mittel auszugeben. Darunter litt der physikalische Unterricht sehr, auch die Chemie und der Turnunterricht. Ein Zei-chensaal war nicht vorhanden, auch kein Zeichenlehrer bzw. Kunsterzieher. Herr Nimtz \u00fcbernahm in einigen Klassen den Kunstunterricht. Sonst mangelte es an Allem. Es fehlten Gl\u00fchlampen, Besen, B\u00fcrsten und Putzlappen. Es mu\u00df hierbei hervorgehoben werden, da\u00df der Hausmeister, seit Oktober 1946 Herr Bernhard Reddemann, mit vollem Einsatz seiner Kraft arbeitete. Die Reinerhaltung der Schule war ein Problem. Vormittags die Jungen, nachmittags die M\u00e4del, oder umgekehrt, das lie\u00df kaum Zeit zur Reinigung. Auch wir in der Schule sp\u00fcrten, da\u00df die wirtschaftliche Lage nach einer W\u00e4hrungsreform dr\u00e4ngte. Diese Reform kam in den gro\u00dfen Ferien und bedeutete einen tiefen Ein-schnitt in das wirtschaftliche Leben. F\u00fcr die Besserung der Verh\u00e4ltnisse im Lehrbetrieb und am Schulgeb\u00e4ude konnte man sich noch nicht viel erhoffen. Die Kapitalbildung setzte langsm ein und es war noch ein weiter Weg, ehe Geld auch unsere Schule erreichte.<br \/>\nDabei waren dringende Reparatur- und Anbauarbeiten notwendig, die in den n\u00e4chsten Jahren lau-fend ausgef\u00fchrt wurden und die h\u00e4ufig den Unterricht st\u00f6rten, denn sie konnten nicht immer in den Ferien ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Herr Dr. Kintrup leitete die Schule und war unerm\u00fcdlich um die Besserung der Verh\u00e4ltnisse bem\u00fcht und alle Lehrer setzten ihre ganze Kraft ein, um mit den gegebenen Verh\u00e4ltnissen das Beste f\u00fcr die Sch\u00fcler zu erreichen. Zur Zeit der W\u00e4hrungsreform besuchten 395 Sch\u00fcler die Schule und wurden in 10 Klassen unterrichtet. Zu Beginn des neuen Schuljahres traten die Assessoren Dr. Weinrich und Helmut Schmidt ein, von denen der letztere schon als Referendar einige Stunden gegeben hatte. In den Sommerferien 1949 erhielt die Schule eine neue Heizung im Wert von 40 000 DM. Das war der Anfang einer Reihe von Umbauten. Ein erfreulicher, ja sensationeller Erfolg war uns im Schuljahr 1949 beschieden: Im sportlichen Wettkampf um das Banner der h\u00f6heren Schulen Westfalens ging unser Gymnasium als Sieger hervor und f\u00fchrte im Triumph das sch\u00f6ne Banner nach Schwerte. Herr Grundmann konnte mit Recht stolz sein auf dieses Ergebnis, denn die Trainings\u00fcbungen konnten nur unter mangelhaften Verh\u00e4ltnissen durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nGegen Ende des Schuljahres l949\/50 w\u00e4hlte mich der Rat der Stadt Schwerte zum Oberstudiendi-rektor. Da die Ratsherren erstmalig in freier Wahl vom Volk gew\u00e4hlt worden waren, hatte diese Wahl mehr Bedeutung f\u00fcr mich als jene im Jahre 1946, wo ein von der Milit\u00e4rregierung berufener Rat diese Wahl schon einmal vorgenommen hatte. Ich nahm sie an und am 23. August 1959 \u00fcber-reichte mir der Herr B\u00fcrgermeister die vom Kultusminister unterschriebene Ernennungs-Urkunde. Es war mitten in den Sommerferien und am Geb\u00e4ude wurden anstelle der alten Fenster neue gro\u00dfe Stahlfenster eingesetzt. Leider verz\u00f6gerte sich diese Arbeit so sehr, da\u00df der Unterricht erst am 5. September wiederaufgenommen werden konnte.<br \/>\nGleichzeitig trat Herr Dr. Kintrup wegen Erreichung der Altersgrenze in den Rahestand.<br \/>\nDamit trat ein Mann von seiner Arbeit ab, der fast sein ganzes Lehrerleben in Schwerte verbrachte und durch dessen H\u00e4nde tausende von Schwerter Sch\u00fclern gegangen sind. Wenn er auch still und zur\u00fcckhaltend war, so zeigte er doch gro\u00dfe Charakterst\u00e4rke, besonders in der Zeit des Nationalsozi-alismus, in der er sich standhaft und mit Erfolg weigerte, der Nazipartei beizutreten. Immer war er flei\u00dfig und gewissenhaft, immer war er einsatzbereit und als kommissarischer Schulleiter des Gym-nasiums kommt ihm ein gro\u00dfes Verdienst am Wiederaufbau der Schule zu. Nun ist er 81 Jahre alt, bei guter Gesundheit und nimmt noch mit regem Interesse am Schulischen Leben der Stadt Schwer-te teil.<\/p>\n<p>Ich \u00fcbernahm eine Stelle, die seit der Zwangspensionierung des Herrn Oberstudiendirektors Loescher im Jahre 1937 nicht wieder besetzt gewesen war.<br \/>\nDie Schule war bekanntlich vom Hofrat B\u00e4hrens 1789 ins Leben gerufen worden, war in der Fran-zosenzeit eingegangen und im Jahre 1829 als Rektoratsschule \u2013 d.i. eine Art Mittelschule \u2013wiederer\u00f6ffnet worden. Am 26. 4. 1900 wurde sie feierlich in ein Progymnasium umgewandelt und der Leiter, Herr Dr. Renz als Direktor best\u00e4tigt. Er leitete die Schule schon seit 1887 und feierte 1913 seit 25-j\u00e4hrlges Jubil\u00e4um als Leiter der Schule. 40 Jahre war die Schule im alten Geb\u00e4ude am Ostentor untergebracht und im Jahre 1901 wurde das jetzige, heute alte Geb\u00e4ude bezogen. Im Jahre 1920 folgte Herr Direktor Loescher als Leiter der Anstalt und baute sie zur Vollanstalt aus. Die erste Reifepr\u00fcfung fand Ostern 1924 statt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zur Erinnerung die Namen der Lehrer und der ersten Abiturienten hier nennen:<br \/>\nDas Lehrerkollegium bestand aus folgenden Herren:<br \/>\nI. festangestellte Herren:<br \/>\n1. Loescher, Studiendirektor.<br \/>\n2. Wiebeck, Professor und Studienrat.<br \/>\n3. Blauth, Studienrat.<br \/>\n4. Dr. Hoffmann, Studienrat.<br \/>\n5. Frieber, Studienrat.<br \/>\n6. Schmidtmann, Studienrat.<br \/>\n7. Banse, Oberschullehrer.<br \/>\n8. Lengemann, Oberschullehrer.<br \/>\nII. Nichtfestangestellte:<br \/>\nDie Stadienassessoren Dr. Hiddemann, Dr. J\u00fcnemann, Klaus, Dr. Fromen und Dr. Koch.<br \/>\nMusiklehrerin Saamann und Kaplan Winter.<\/p>\n<p>Die ersten Abiturienten des Gymnasiums hei\u00dfen:<br \/>\n1. Friedrich Abel.<br \/>\n2. Luise Burdewick.<br \/>\n3. Fritz Dieckmann.<br \/>\n4. Helmut D\u00f6pp.<br \/>\n5. Karl Habedank.<br \/>\n6. Werner Ibert.<br \/>\n7. Heinrich Oberste.<br \/>\n8. Karl Rahlenbeck.<br \/>\n9. Erich Remscheid.<br \/>\n10. Heinrich Schlep.<\/p>\n<p>Unter den Namen der fr\u00fcheren Lehrer ragt besonders der des Professors Paul Feldh\u00fcgel hervor. Er hat in den Jahren 1905 bis 1923 allein in der Schwerter Zeitung 81 Aufs\u00e4tze \u00fcber die Geschichte der Stadt Schwerte ver\u00f6ffentlicht. Unter ihnen befinden sich einige, die sich mit der Geschichte des Gymnasiums besch\u00e4ftigen. 1) 1908: Die Lehrer der reformierten Gemeinde. 2) Das h\u00f6here Unter-richtswesen in Schwerte vor 100 Jahren. 3) 1912: Die hohe Knabenschule in Schwerte. 4) Schwerte im Jahre 1792. 5) Zur Jubelfeier des Realgymnasiums Schwerte 1925. 6) Ehrentafel des Realgymna-siums einschl. Rektoratschule.<br \/>\nDaneben finden sich noch eine Menge von Ver\u00f6ffentlichungen. Die eine, die sich auf die Schule bezieht, ist die Abschrift einer Abhandlung, die von Hofrat B\u00e4hrens verfasst ist, und die zweite ist ein Beitrag, der in den \u201eBeitr\u00e4gen zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark&#8220; aus dem Jahre 1927 erschien. Feldh\u00fcgels Verdienste am die Geschichte der Stadt Schwerte und des Gymna-siums wurden dadurch geehrt, da\u00df nach ihm eine Seitenstra\u00dfe der Graf-Adolfstra\u00dfe genannt wurde.<br \/>\n\u00dcbrigens bestand das heute alte Geb\u00e4ude der Schule aus zwei Teilen. Der erste wurde, wie genannt, 1901 gebaut und der zweite erst in den Jahren 1924-25.<br \/>\n1937 fiel Herr Oberstudiendirektor Loescher dem \u201eBeamtengesetz&#8220; der Nationalsozialistischen Re-gierung zum Opfer, soda\u00df ich erst der dritte ordentliche Leiter der Schule war. Aber auch der Schul-typ \u00e4nderte sich mit den Leitern. In der \u00c4ra Renz: Wandlung von dem Typ Rektoratschule zum Progymnasium, in der \u00c4ra Loescher: Wandlung zum Realgymnasium und zur Oberschule f\u00fcr Jungen (neusprachlicher Typ), und in meiner Zeit: Wandlung vom Typ der Oberschule zum Typ des mathe-matisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums.<\/p>\n<p>Am 12. September 1950 fand im Rathausaal die Feierstunde zur Amtseinf\u00fchrung von mir und von Frau Dr. Schermbach statt. Denn der Rat hatte beschlossen, das M\u00e4dchengymnasium ebenfalls zu einer Vollanstalt auszubauen. Die Amtseinf\u00fchrung nahm Frau Oberschulr\u00e4tin Justus vor.<br \/>\nIn den nun folgenden Jahren lagen folgende Aufgaben vor mir: 1. Weiterer Ausbau de\u00bb Schulge-b\u00e4udes, 2. Vervollst\u00e4ndigung der Zahl der Lehrer, 3. Ausbau der Lehrmittelsammlungen, 4. Ausbau der Elternvertretung, 5. Aufbau der Sch\u00fclermitverantwortung. 5. Besserung der Leistungen der Sch\u00fcler.<br \/>\nDer Rat der Stadt w\u00e4hlte auf meinen Vorschlag Herrn Studienassessor Nimtz und Herr Oberschul-lehrer Grundmann zu Stadienr\u00e4ten. Sodann nahm ich Herrn Studienrat Walter Hahn auf, der aus Breslau stammt, von dort nach Ballenstedt kam und infolge des unertr\u00e4glichen Drucks der SED im August mit seiner Familie heimlich \u00fcber die Grenze in den freien Westen ging. Er war uns als ausge-zeichneter Lehrer sehr willkommen. Er \u00fcbernahm die Stelle von Herrn Dr. Kintrup. Am 25. Juni promovierte Herr Nimtz in M\u00fcnster zum Dr. phil. im Fach Psychologie. Gleichzeitig bem\u00fchte ich mich um die Anstellung von Herrn Dr. Dietzler, der als Latein- und Religionslehrer notwendig ge-braucht wurde. Auch der Ausbau des Schulhauses ging weiter. Noch im September wurden die Fu\u00dfb\u00f6den in den Klassenr\u00e4umen erneuert, was nat\u00fcrlich St\u00f6rungen des Unterrichts hervorrief. Es wurde auch ein neuer Zeichensaal gebaut und zwar wurde in der 2. Etage nach Westen zu aufge-stockt. Gleichzeitig wirkten die Maler im Hause. Aber trotz der St\u00f6rungen waren wir froh, da\u00df es vorw\u00e4rts ging im Wiederaufbau.<br \/>\nAm 30. 11. und 1. 12. fand in M\u00fcnster das 125j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Provinzialschulkollegiums statt, an dem ich teilnahm. Es wurde eine glanzvolle Feier mit Festakt in der Stadthalle in Gegenwart vie-ler Ehreng\u00e4ste. Danach war ein Empfang Im Kaiserhof, wo ich Gelegenheit hatte, den Erzbischof J\u00e4ger von Paderborn und Pr\u00e4ses Wilm zu begr\u00fc\u00dfen sowie mit Kultusminister a. D. Grimme Erinne-rungen auszutauschen.<br \/>\nIn der Schule fanden noch im Jahre 1950 zahlreiche Klassenelternabende statt. Nach Fertigstellung des neuen Zeichensaals \u00fcbernahm Herr Herzer halb am Jungen- und halb am M\u00e4dchengymnasium den Kunstunterricht.<\/p>\n<p>Als Sekret\u00e4rin wirkte Frau Clarfeld, auch zur H\u00e4lfte bei uns und zur H\u00e4lfte am M\u00e4dchengymnasi-um.<br \/>\nEs folgte ein ziemlich strenger Winter und es war Koksmangel. Daher wurden die Weihnachtsferien verl\u00e4ngert. Es gelang aber, f\u00fcr die Oberprimaner einen Raum im Rathaus zu bekommen. Es mu\u00dfte gearbeitet werden, weil die Reifepr\u00fcfung bevorstand. Erst am 16. 1. begann der Unterricht wieder.<br \/>\nAm 26. 1. war abends die erste Elternbeirats-Versammlung, in der Herr Dr. med. Ritter zum Vorsit-zenden gew\u00e4hlt wurde. Er hat jahrelang dieses Amt gehabt und wir haben sehr gut miteinander gearbeitet.<\/p>\n<p>Vor Ostern wurden neben dem Unterricht noch folgende Dinge erledigt: Es wurden die Sexta-neraufnahmepr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt, bei der erstmalig die psychologischen Beobachtungsbogen eine Rolle spielten. Sie haben sich aber nicht lange gehalten. Dann wurden die Herren Dr. Weinrich und Schmidt zu Studienr\u00e4ten gew\u00e4hlt. Dann kamen die neuen Schulm\u00f6bel an und die Klassen er-hielten ein besseres Aussehen. F\u00fcr die Klassen ab Untersekunda wurden statt der B\u00e4nke Tische und St\u00fchle beschafft. Damals war das eine bemerkenswerte Neuerung, heute ist es eine Selbstverst\u00e4nd-lichkeit. Im M\u00e4rz 1951 begann der Umbau der Aula, die eine Empore erhielt und neue Fenster und neues Gest\u00fchl. Am 15.3. begann die Reifepr\u00fcfung unter Vorsitz von Frau Oberschulr\u00e4tin Justus. Sie dauerte bis zum 18. Vierundzwanzig Oberprimaner bestanden, zwei nicht. Es gelang uns noch, Herrn Studienrat Herzer ganz als Kunsterzieher zum Gymnasium zu holen und Herrn Studienasses-sor Hildebrecht nach Schwerte \u00fcberweisen zu lassen. Daneben drohte immer der Koksmangel und Herr Reddemann, der Hausmeister zeigte sich als K\u00fcnstler im Strecken der Koksbest\u00e4nde durch Schlammkohle. So war mein erstes Amtsjahr vollgepackt mit Arbeit.<br \/>\nDas Wirtschaftswunder begann wohl, aber die Menschen erfassten es noch nicht. Aber wir sp\u00fcrten doch manche Verbesserungen im allgemeinen Leben und in der Schule. Da in Dortmund noch viele Tr\u00fcmmer waren, gab das Dortmunder Stadttheater im Freisch\u00fctz seine Vorstellungen, wodurch wir Schwerter und auch unsere Sch\u00fcler viele Vorteile hatten. Herr Studienrat St\u00fcttgen setzte sich selbst-los und eifrig f\u00fcr eine Theatergemeinschaft mit Dortmund ein und seitdem haben die Schwerter B\u00fcrger und Sch\u00fcler zahllose Schauspiele, Opern und Operetten sehen k\u00f6nnen.<br \/>\nAm 16. 6. fand die Grundsteinlegung zum neuen M\u00e4dchengymnasium statt, soda\u00df wir Hoffnung haben konnten, da\u00df der Schichtunterricht in absehbarer Zeit zu Ende gehen w\u00fcrde.<br \/>\nWir hatten im Schuljahr 405 Sch\u00fcler und 18 vollbesch\u00e4ftigte Lehrer.<\/p>\n<p>Seit dem 1. 3. 1952 f\u00fchrt nun unser Gymnasium den Namen:<br \/>\nFriedrich-B\u00e4hrens-Gymnasium (Stadt. Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium).<br \/>\nFriedrich B\u00e4hrens war zur Goethezeit als Seelsorger, Erzieher und Arzt nicht nur Mittelpunkt des Kulturlebens der Stadt, sondern hatte durch zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen und seine anerkannte T\u00e4tigkeit in vielen wissenschaftlichen Gesellschaften seiner Zeit auch \u00fcber den westf\u00e4lischen Raum hinaus einen Namen. Er f\u00fchrte die Schwerter Stadtschule durch neuzeitliche Erziehungsmethoden und Erweiterung der Stoffgebiete so weit empor, da\u00df sogar die Hochschulreife erlangt werden konnte. Seine Lehren erstreckten sich in gro\u00dfartiger Zusammenschau in viele geistes- und naturwis-senschaftliche Gebiete hinein, ja, bis zu den Anregungen f\u00fcr die allt\u00e4gliche Lebensf\u00fchrung. Er war ein echter Polyhistor und \u2013 was besonders bemerkenswert ist, ein Mann, der den Begriff der Ganz-heit instinktiv erfa\u00dfte. Damit war er seiner Zeit weit voraus und selbst heute ist der Begriff Ganzheit den meisten Menschen noch unzug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Wenn wir auch nicht den Anfang unserer h\u00f6heren Schule auf jene von ihm gegr\u00fcndete Lateinschule zur\u00fcckf\u00fchren k\u00f6nnen, so erf\u00fcllten wir mit der Namensf\u00fchrung eine besondere Pflicht als ehrende Anerkennung diesem bedeutenden Mitb\u00fcrger gegen\u00fcber und zugleich soll uns sein Name die Ver-pflichtung auferlegen, sein geistiges Erbe zu bewahren. Gerade im technischen Zeitalter ist es ge-schehen, da\u00df der Mensch gewisserma\u00dfen in Sachgebiete zerlegt wurde und man kein Gef\u00fchl daf\u00fcr hatte, da\u00df in jedem kleinen Teilgebiet des Menschen immer der ganze Mensch ber\u00fchrt wird. Heute spricht man viel davon. Ganzheitsmethode ist fast ein Schlagwort geworden, aber Ganzheitsmedizin und Ganzheitsp\u00e4dagogik sind Notwendigkeiten der Gegenwart, wenn ans das Kollektiv nicht \u00fcbermannen soll.<br \/>\nUm ein Klassenzimmer zu gewinnen, lie\u00df ich den Haupteingang Ecke Lessingstra\u00dfe-Kirsch-baumsweg vermauern und gewann dadurch noch einen Klassenraum. Da der alte Zeichensaal in der 1. Etage durch eine Zwischenwand geteilt wurde, gewann ich 3 Klassenr\u00e4ume. Dann wurde das Treppenhaus vollst\u00e4ndig umgebaut und der Haupteingang nach hinten verlegt. Die Turnhalle konnte leider nicht vergr\u00f6\u00dfert werden, aber sie wurde renoviert und neu aasgestattet. Sorge machte die mangelhafte Ausstattung und Unterbringung der Naturwissenschaften. Endlich wurde ein v\u00f6llig neuer Umbau beschlossen. Der Hausmeister sollte aus seiner Kellerwohnung heraus. Daher wurde in n\u00f6rdlicher Richtung an die Turnhalle ein kleines Einfamilienhaus f\u00fcr den Hausmeister gebaut und die Kellerwohnung in R\u00e4ume f\u00fcr die Chemie umgewandelt. Der Raum \u00fcber dem alten Hauptein-gang wurde zu einem w\u00fcrdig ausgestatteten Lehrerzimmer umgestaltet. Das Lehrerzimmer wurde die Bibliothek. Auch die Physikr\u00e4ume wurden neu gestaltet. Und das Ende des Parterreflurs bekam den zweiten Eingang f\u00fcr die Sch\u00fcler. Durch diese T\u00fcr sollten die Sch\u00fcler des Erdgeschosses in den Pausen das Geb\u00e4ude verlassen, damit am Haupteingang kein Gedr\u00e4nge entstand. Ausserdem wurde der hintere Haupteingang durch einen gedeckten S\u00e4ulengang mit dem Turnhalleneingang verbun-den, damit die Sch\u00fcler bei Regen trockenen Fu\u00dfes in die Turnhalle gehen konnten.<\/p>\n<p>Das waren die Hauptreparaturarbeiten, die sich in meiner Dienstzeit bis 1957 hinzogen. Mehr konnte aus dem alten Geb\u00e4ude nicht gemacht werden. Da\u00df die Arbeiten meist termingerecht fertig wurden, war der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Bauamt, besonders mit Herrn Oberbaurat Schmidt und Herrn Stadtarchitekten Stein, zu verdanken.<br \/>\nDas Lehrerkollegium mu\u00dfte vervollst\u00e4ndigt werden. Im Jahre 1952 trat Herr Studienrat Karl Ma-ruschke seinen Dienst an. Er war, wie Herr Hahn, ein Heimatvertriebener. Ausserdem \u00fcberwies im gleichen Jahr das Schulkollegium Frl. Assessorin Ursula Meienborn. Damit konnte der Stundenplan ohne wesentliche K\u00fcrzungen durchgef\u00fchrt werden. Allerdings waren 2 Planstellen noch nicht be-setzt. Die Klassen von VI bis U III waren zweiz\u00fcgig vorhanden, die anderen nur einz\u00fcgig. 422 Sch\u00fcler besuchten in diesem Jahr 1952 die Schule.<\/p>\n<p>Nach den schweren Zeiten des Krieges und der Nachkriegszeit ist auch eine Bemerkung \u00fcber den Gesundheitszustand der Sch\u00fcler notwendig. Das Kreisgesundheitsamt untersuchte die Sch\u00fcler von Zeit zu Zeit und begann auch mit R\u00f6ntgenreihenuntersuchungen. Auch der Schulzahnarzt hielt Zahnuntersuchungen ab. Sodann richtete ich eine Milchlieferung ein. Die Sch\u00fcler erhielten t\u00e4glich auf Wunsch ein Fl\u00e4schchen Milch f\u00fcr 12 Pfg. Im Jahre 1952 beteiligten sich 35% der Sch\u00fcler. Nachdem der Hausmeisteranbau fertig war, konnten im Duschraum im Sommer und im Winter warme B\u00e4der genommen werden. Die Sch\u00fclertoiletten worden erneuert.<br \/>\nDer Unterricht lief nun immer planm\u00e4\u00dfiger und st\u00f6rungsfreier. Auch neben dem Unterricht wurde viel f\u00fcr die Sch\u00fcler getan. Dir Wander-Tage wurden ziemlich regelm\u00e4\u00dfig eingehalten, der Turn- und Sportunterricht wurde voll gegeben, da wir drei Lehrer mit Turnfakultas hatten. Daneben beteiligten sich die Sch\u00fcler auch j\u00e4hrlich am Bannerkampf der h\u00f6heren Schulen, es wurden einige Ausstellun-gen von Sch\u00fclerarbeiten aus dem Kunstunterricht veranstaltet, darunter eine Ausstellung im Rat-haus: Graphik in der Schule. Auch musikalische Veranstaltungen gab es und Schulfeste, Schulkon-zerte und einmal, gemeinsam mit dem M\u00e4dchengymnasium, wurde die Schuloper \u201eDes Kaisers neue Kleider&#8220; aufgef\u00fchrt. Auch die Bundesjugendspiele wurden regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt. Ein H\u00f6he-punkt war wohl am 15. 7. 1953 die Schulfahrt zum Rhein. Die Sch\u00fcler der Schule und sehr viele Eltern sowie die Lehrer mit ihren Familien beteiligten sich. Ein Sonderzug brachte uns nach K\u00f6ln, wo wir einen Rheindampfer bestiegen, der uns bis zu den Pfeilern der zerst\u00f6rten Rheinbr\u00fccke von Remagen brachte, dann wendete und uns in K\u00f6nigswinter absetzte. Hier machten die einzelnen Klassen Spazierg\u00e4nge in die Berge und gegen Abend brachte uns der Dampfer nach K\u00f6ln zur\u00fcck, von wo wir wieder mit dem Sonderzug nach Schwerte fuhren. Gegen 22 Uhr kamen wir in Schwer-te an. Eine Kapelle und hunderte von Eltern erwarteten uns, mit Lampions zogen wir dann im ge-schlossenen Zuge zur Treppe des neuen Rathauses, wo etwa 1000 Personen zusammenkamen. Dort sprach ich einige Abschiedsworte und nach dem gemeinsamen Lied \u201eKein sch\u00f6ner Land&#8230;&#8220; gingen wir heim. Auch Schulmeisterschaften im Fu\u00dfball wurden regelm\u00e4\u00dfig ausgetragen. Da ich selbst Turn- und Schwimmlehrer war, legte ich gro\u00dfen Wert auf Leistung, aber auch auf die dazu geh\u00f6-rende Erholung. Mir ist immer bewu\u00dft gewesen, da\u00df die Entwicklungsphasen der k\u00f6rperlichen, geis-tigen und seelischen Seite bei der Jugend nicht mehr in gesunder Beziehung zu einander stehen. Die Phase der k\u00f6rperlichen Entwicklung ist vorverlegt, besonders im geschlechtlichen Bereich. Aber alle drei Phasen sind dazu auch noch zusammengedr\u00e4ngt. Dazu kommt dann noch, da\u00df die technisierte Aussenwelt starke Reize aus\u00fcbt und Mangel an Konzentration, Nervosit\u00e4t und Neurosen bei der Jagend bringt. Aber es ist doch ein Unterschied zwischen der Gro\u00dfstadtjugend und Schwerte. Die Kleinstadt und das gute Bauerntum der Umgegend hatte mehr Abwehrkr\u00e4fte als die Gro\u00dfstadt. Darauf f\u00fchre ich es zur\u00fcck, da\u00df die Bannerkampfmannschaft unserer Schule in Hamm am 28. und 29. 7. bei der Teilnahme von 84 Gymnasien den dritten Platz erreichen konnte.<\/p>\n<p>Eine Ersch\u00fctterung brachte der Tod unseres jungen Stadienrats Dr. Siegfried Nimtz, der in der Nacht vom 18. zum 19. 12 1953 in der Nervenheilanstalt Dortmund-Aplerbeck pl\u00f6tzlich verschied. Schon eine Woche vorher erlitt er einen Zusammenbrach, verbunden mit Wahnvorstellungen. Da er zu mir gro\u00dfes Vertrauen hatte, gelang es mir, ihn zu \u00fcberreden, nach Hause zu gehen. Dort und nachher erlitt er Tobsuchtsanf\u00e4lle und bei einem solchen Anfall starb er. Ich kannte ihn sehr genau, da wir viele vertrauliche Aussprachen hatten, wobei ich seine geniale Begabung f\u00fcr Metaphysik und Mystik erkannte. Er war ein begnadeter, aber zwiesp\u00e4ltiger Mensch, der sich sehr viel mit Schriften esoterischen Inhalts befasste. Dabei war er ein gl\u00e4nzender P\u00e4dagoge, der geradezu von neuen p\u00e4da-gogischen Ideen spr\u00fchte. Er war Ordinarius der O IIIa und hier lie\u00df ich ihn frei nach seiner Methode walten. Es war erstaunlich, wie gut das Vertrauensverh\u00e4ltnis zu den Jungen war, die doch meist in der Periode der Pubert\u00e4t verschlossen sind. Noch einige Jahre nach dem Tode legten Sch\u00fcler dieser Klasse regelm\u00e4\u00dfig Blumen auf sein Grab. Ich erfuhr auch, wie sehr Herr Nimtz \u00fcberarbeitet war, denn in den Ferien erholte er sich nicht, sondern arbeitete f\u00fcr die Verb\u00e4nde, in denen er f\u00fchrend t\u00e4tig war, als da sind die Gesellschaft f\u00fcr Akmosophie, der Weltbund f\u00fcr neue Erziehung, die Jean-Paul-Gesellschaft und die Christengemeinschaft. Am 23. 12. war die Trauerfeier mit Beisetzung auf dem ev. Friedhof. Die ganze Schule nahm teil und ich hielt ihm eine Gedenkrede.<br \/>\nDas Schuljahr 1954\/55 lie\u00df sich gut an. Wir bekamen \u00fcberwiesen: Studienassessor Dr. Aubke und Studienassessorin Drexhage. Und wir gingen mit einer Sch\u00fclerzahl von 465 ins Schuljahr.<br \/>\nDie Form des mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums wurde ebenfalls festgelegt. Im Einverst\u00e4ndnis mit dem Schulkollegial und dem st\u00e4dtischen Schulausschu\u00df beschlossen wir, ab Os-tern 1954 in der Sexta mit Latein zu beginnen, das dann durchlief bis Ober-Sekunda. Sorge machte die Schaffung einer Oberstudienratstellung. Fast alle h\u00f6heren Schulen hatten die Stelle eines Ver-waltungsoberstudienrats. Wenn man bedenkt, da\u00df wir die Sekret\u00e4rin, Frau Clarfeld, nur dreimal in der Woche zur Verf\u00fcgung hatten, trotz der immer wachsenden Verwaltungsarbeit, so konnte ich unm\u00f6glich auf die Besetzung dieser Stelle verzichten, trotz der schwierigen finanziellen Lage der Stadt. Herr Studienrat Heinrich St\u00fcttgen hatte sich schon seit Jahren uneigenn\u00fctzig zur Verf\u00fcgung gestellt und praktisch schon die Gesch\u00e4fte \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Dann erhielten wir jedes Jahr f\u00fcr einige Wochen sog. Schulpraktikanten, d. h. Studenten, die durch ein Praktikum pr\u00fcfen sollten, ob sie die notwendige p\u00e4dagogische Eignung besa\u00dfen.<br \/>\nAm 1. 8. 1954 verlie\u00df uns auch Herr Vikar Paul M\u00fcnzner, der viele Jahre lang den katholischen Religionsunterricht gab, um eine Pfarrstelle in Hamm zu \u00fcbernehmen. An seine Stelle trat Herr Studi-enassessor Walter van Ackeren.<br \/>\nAm 5. 11. 1954 ging Herr Studienrat Wilhelm Klaas in den Ruhestand. Jahrzehnte lang hatte er am Schwerter Gymnasium Deutsch und Englisch unterrichtet, stets gewissenhaft gearbeitet und jahrelang daneben die Bibliothek der Schule verwaltet. Er verzog in seine Heimat H\u00f6xter, aber das Schicksal verg\u00f6nnte ihm keinen Lebensabend, denn schon nach einem \u00be Jahr starb er dort.<br \/>\nInzwischen gingen die Umbauarbeiten im Schulgeb\u00e4ude vorw\u00e4rts, aber viel zu langsam und mit vie-len St\u00f6rungen des Unterrichts. Aber man konnte nichts dagegen tun.<br \/>\nAm 31. 3. nun trat Frau Clarfeld endg\u00fcltig als Sekret\u00e4rin zum M\u00e4dchengymnasium \u00fcber. Frau Clar-feld war die Tochter des verstorbenen ehemaligen Studienrats Professor Wiebeck und hat uns jahre-lang mit Flei\u00df und Geschick in unserer Verwaltungsarbeit unterst\u00fctzt. An ihre Stelle trat nun Frau Waltraud Schneider, und zwar nach langen Verhandlungen, als volle Kraft, w\u00e4hrend Frau Clarfeld nur dreimal w\u00f6chentlich arbeiten konnte.<br \/>\nIm Winter 1954\/55 grassierte auch eine Grippe in Schwerte, soda\u00df etwa 10% der Sch\u00fcler von ihr befallen wurden.<br \/>\nOstern 1955 verlie\u00df uns Frl. Assessorin Drexhage, um in Bad Salzuflen eine Studienratsstellung anzunehmen.<\/p>\n<p>Leider zog sich die Genehmigung der Stelle des Verwaltungs-Oberstudienrats noch immer hinaus. Der Schulausschu\u00df genehmigte nur 16 Planstellen, obwohl ich 18 beantragt hatte, doch war es ein kleiner Fortschritt, da ich 12 Dauerklassen angeben konnte und wir somit eine Stelle mehr als vorher bekamen. Diese Stelle mu\u00dfte ein Lateinlehrer einnehmen, aber diese waren kaum vorhanden. Ich entschied mich f\u00fcr Herrn Studienrat Adolf Kling aus Marktbreit am Main, dessen Anstellung sofort beschlossen wurde. In den Sommerferien besuchte ich ihn dort und brachte ihm die Anstellung.<br \/>\nErst in diesem Schuljahr wurden Aula und Turnhalle endg\u00fcltig fertig Als letzter Raum wurden das Direktorial-Vorzimmer und mein Amtszimmer fertig.<br \/>\nAus dem letzten Schuljahr ist noch nachzutragen, da\u00df Herr Oberstudienrat Dr. Heinrich Fromen infolge der Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat. Er mu\u00dfte aber weiterbesch\u00e4ftigt werden, da wir noch immer Mangel an Lateinlehrern hatten. Und Herr Oberschullehrer Heinrich Grundmann wurde zum Studienrat ernannt. Damit wurden seine gro\u00dfen Verdienste am die Turn- und Sportbewegung und die Erreichung des guten Leistungsstandes unserer Sch\u00fcler in diesen F\u00e4-chern belohnt. Sodann trat Herr Studienassessor Horst Killet seinen Dienst an.<\/p>\n<p>Das Jahr 1956 begann mit der Wahl der Herren Killet und van Ackeren zu Studienr\u00e4ten. Nach langj\u00e4hrigen Bem\u00fchungen gelang es endlich, den Widerstand der Stadt zu \u00fcberwinden, und die Wahl des Herrn St\u00fcttgen bis 1957 endlich durchzuf\u00fchren. Gleichzeitig w\u00e4hlte der Rat der Stadt den Lei-ter der Zweigstelle Dortmund der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Dortmund, Herrn Dr. Dr. Spellerberg zum Stadtdirektor. Das wirkte sich auf die Schule g\u00fcnstig aus. W\u00e4re er eher dagewesen, h\u00e4tten wir in der Oberstudienratsfrage schneller Erfolg gehabt.<br \/>\nZu Ostern 1956 trat Herr Dr. phil. Karl Hiddemannn in den Ruhestand. Damit schied wiederum ein alter Lehrer aus, der die ganze Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, den 2. Weltkrieg selbst und die Nachkriegszeit ununterbrochen seinen Dienst getan hatte. Ich sprach ihm in einer Konferenz am 2. 5. in einer Dankesrede den Dank des Schulkollegiums, des B\u00fcrgermeisters und des Stadtdirektors aus und entlie\u00df ihn mit den besten W\u00fcnschen. Die Schule hatte im Schuljahr 496 Sch\u00fcler, davon waren 68% evangelisch, 29% katholisch und 3% anderen Bekenntnisses.<br \/>\nAm 15. Mai vollendete ich das 65. Lebensjahr und hatte laut Anordnung die Amtsgesch\u00e4fte bis zum Ende des Schuljahrs 1956\/57 zu f\u00fchren. Gleichzeitig trat im Dezernat ein Wechsel ein. Frau Ober-schulr\u00e4tin Justus gab das Dezernat ab an Herrn Mensing. Die jahrelange Zusammenarbeit hatte rei-che Fr\u00fcchte getragen und ich fand stets ein offenes Ohr in M\u00fcnster. Doch glaubte ich auch, da\u00df der neue Oberschulrat, Herr Mensing, bisher Oberstudiendirektor in Paderborn, ein ebensolches Ver-h\u00e4ltnis haben w\u00fcrde. Dazu berechtigte mich die Tatsache, da\u00df wir beide 18 Jahre zusammen Studi-enr\u00e4te an der Oberrealschule in Dortmund gewesen waren und durch unsere gemeinsame Gegner-schaft zum Nationalsozialismus schon immer verbanden f\u00fchlten. Er besuchte ans am 22. und 23. 6. und besichtigte die beiden Gymnasien. Er bekam einen g\u00fcnstigen Eindruck von der Schule und ihm ist es zu verdanken, da\u00df Herr Heinrich St\u00fcttgens Wahl zum Verwaltungsoberstudienrat energischer betrieben wurde. Leider gab es in dieser Zeit viele Intrigen gegen die Wahl, die ich aber schnell und diskret abfangen konnte.<\/p>\n<p>Leider verstarb unser Dezernent, Herr Oberschulrat Mensing pl\u00f6tzlich am 24. 7. an einer Embolie. Frau Dr. Scharmbach und ich fuhren am 28. 7. mit meinem Wagen nach Paderborn, wo die Trauerfeier und Beisetzung stattfanden. Damit hatte die Schule sicher einen gro\u00dfen Verlust erlitten.<br \/>\nZu Ostern 1956 trat auch Herr Oberschullehrer Friedrich Oberstadt seinen Dienst an. Er kam aus der russischen Kriegsgefangenschaft, wo er 10 1\/2 Jahre ausharren mu\u00dfte. Wir nehmen ihn mit Freuden, denn er zeigte sich als ein hervorragender P\u00e4dagoge und konnte den Unterricht in Physik, Chemie und Mathematik vorz\u00fcglich geben. Seitdem ist er eine unentbehrliche Kraft f\u00fcr das Gymnasium geworden.<br \/>\nDer Ausbau des Schulgeb\u00e4udes war immer noch nicht beendet. Noch immer donnerten Pre\u00dfluft-h\u00e4mmer durch das Haus, denn nun wurden die Kellerr\u00e4ume zu Unterrichtszwecken umgebaut.<br \/>\nIm Herbst erhielten wir wieder einen Lehrer. Herr Studienassessor Dette wurde \u00fcberwiesen und sofort wurde seine Arbeit in den Unterrichtsplan eingebaut.<br \/>\nDa Herr Oberstudienrat Dr. Fromen als Ruhest\u00e4ndler noch Unterricht gegeben hatte und nun aus Krankheitsgr\u00fcnden seine T\u00e4tigkeit beenden mu\u00dfte, erhielten wir Herr Assessor Windh\u00f6vel als Ersatz zugewiesen. Damit war die Gefahr f\u00fcr den Lateinunterricht beseitigt.<br \/>\nMit dem Januar 1957 trat ich ins letzte Quartal meiner Amtst\u00e4tigkeit als Oberstudiendirektor. Nach dem Tode des Herrn Mensing wurde der bisherige Oberstudiendirektor Dr. Venske zum Oberschul-rat ernannt und mit dem Dezernat unserer Schule betraut.<br \/>\nSonst gab es viele Abschlu\u00dfarbeiten und im Schulausschu\u00df die Vorbereitung zur Wahl meines Nachfolgers, die ich so zeitig betrieben hatte, dass kein \u00dcbergangsvakuum entstehen sollte.<br \/>\nDann folgte meine letzte dreit\u00e4gige Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr die Sexta, die Reifepr\u00fcfung der Ober-primaner und die Abschiedsbesuche in allen Klassen. Am 30. M\u00e4rz 1957 war mein letzter Dienst und ich \u00fcbergab die Gesch\u00e4fte an Herrn Oberstadienrat St\u00fcttgen. Das war in einer Konferenz, in der ich zugleich die Pensionierung der Herren Hahn und Maruschke bekannt gab. Ich w\u00fcrdigte beide Herren als Erzieher, als Wissenschaftler, als Philosophen. Dieses insbesondere am Beispiel der Auf-fassung vom Wesen der Transzendenz. Ich w\u00fcrdigte sie als echte Studienr\u00e4te, denen die anderen Kollegen nacheifern sollten, wenn sie die Achtung des Standes erhalten wollten. Dazu geh\u00f6re auch der Einsatz f\u00fcr die Gemeinschaft. Viele Studienr\u00e4te seien wie Zuschauer in einem Theater und ver-hielten sich passiv. Die Gegenwart aber, der neue Humanismus, verlange, da\u00df man sich als aktive Mitgestalter f\u00fchle und bet\u00e4tige. Beide Kollegen haben das auf manchen Gebieten des Lebens be-wiesen. Zuletzt w\u00fcrdigte ich sie als exakte Arbeiter, was auch daran ersichtlich war, da\u00df ihre Klas-senb\u00fccher immer in Ordnung waren, dann \u00fcberreichte ich ihnen die Urkunden der Landesregierung und das Dankschreiben der Stadt und sprach ihnen den Dank des Lehrerkollegiums aus mit \u00dcber-reichung eines Geschenks.<\/p>\n<p>Das Kollegium des Friedrich-B\u00e4hrens-Gymnasiums setzte sich im Schuljahr 1956\/57 aus folgenden Herren zusammen:<br \/>\nJ\u00e4de als Oberstudiendirektor, Heinrich St\u00fcttgen als Oberstudienrat, den Studienr\u00e4ten Hahn, Herzer, Maraschke, Abel, Buckem\u00fcller, Wienken, Dr. Dietzler, Korb, Kling, Grundmann, Dr. Heinrich, Schmidt, Hildebrecht, Killet, den Studienassessoren Dr. Aubke, Dr. Dette, Meienborn, Van Acke-ren, Windh\u00f6vel, dem Oberschullehrer Oberstadt und den Hilfskr\u00e4ften Dr. Hiddemann, Vikar Gossmann, Pfarrer Stumpf und Pfarrer Goeke. Die Gesamtsch\u00fclerzahl betrug 494 in 16 Klassen. Alle Klassen von Sexta bis Obersekunda waren doppelt vorhanden.<\/p>\n<p>Meine letzten Abiturienten waren: Heinz Achenbach, Ulrich Bals, Fritz Benker, Otto Fa\u00dfbinder, Hans-J\u00fcrgen Gro\u00dfekemper, Martin Hoffmann, Horst J\u00fcrgen K\u00f6hne, Heinzhermann Knapp, Hans K\u00f6nne, Horst Kortmann, Hans Lahme, Klaus Lecking, Ulrich M\u00fcller, Horst Sander, Dieter Spruth, Rochus Graf Strachwitz, Rainer Taprogge, Gerhard Thomas, Gunter Wei\u00df.<\/p>\n<p>Meine Verabschiedung fand am 2. 4. in der Aula statt. In Gegenwart der oberen Klassen, der Her-ren des Kollegiums mit ihren Damen, den Vertretern der Stadt und des Rates, der Kirchen und der Eltern. Dazu kam vom Schulkollegium Herr Oberschulrat Bruchmann. Nach Reden vom Oberschul-rat und musikalischen Darbietungen des Schulorchesters und Sch\u00fclern als Solisten sprachen noch der Herr B\u00fcrgermeister Wengenroth, als Elternvertreter Herr Dr. med. Ritter, als Schulsprecher der Oberprimaner Dammeyer, Studienrat Herzer als Sprecher des Kollegiums und schlie\u00dflich ich selbst. Unter den vielen Geschenken bemerkte ich besonders die B\u00fccher \u201eErnst Abbe&#8220; und \u201eDie Entste-hung des Geistes aus dem Altertum&#8220;. Das Buch \u201eErnst Abbe&#8220; erfreute mich besonders, weil der Gr\u00fcnder der Zei\u00dfwerke der Bruder meiner Urgro\u00dfmutter war.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df ein kurzer R\u00fcckblick. In meinen Ausf\u00fchrungen kommt meine grunds\u00e4tzliche Auffas-sung von moderner P\u00e4dagogik wenig zum Ausdruck. Leider mu\u00dften erst die \u00e4u\u00dferen Voraussetzun-gen daf\u00fcr geschaffen werden, um erfolgreich arbeiten zu k\u00f6nnen. Meine Hauptbesch\u00e4ftigung war die Schaffung eines Geb\u00e4udes, das diesen Anforderungen entsprach. In meinen Dienstjahren ist immer gebaut worden, immer wurde der Unterricht gest\u00f6rt durch Bauarbeiten. Diese wurden erst am 1. 1. 1957 abgeschlossen. P\u00e4dagogik ist weniger eine Wissenschaft als eine Kunst, die genau so angeboren ist wie musikalische Begabung. Man sp\u00fcrt als Direktor schnell, wer diese Begabung hat und wer nicht. Aber wenn trotzdem eine gute Arbeit erfolgen soll, so ist die erste Voraussetzung ein gutes Zusammenarbeiten mit dem Kollegium. Ich glaube, da\u00df mir das gelungen ist und Herr Herzer brachte das in seiner Abschiedsrede sehr deutlich zum Ausdruck. Ich habe nie eine ernstliche Diffe-renz mit dem Kollegium als Ganzem oder mit einem einzelnen Herrn gehabt. Daher war mir die Ar-beit stets eine gro\u00dfe Freude. Am wichtigsten ist das Verh\u00e4ltnis zu den Sch\u00fclern. Sine gute Erzieher-arbeit kann nur geleistet werden, wenn die Bande des Vertrauens hin und her gekn\u00fcpft werden und wenn der Sch\u00fcler sp\u00fcrt, da\u00df er ernst genommen wird. Ich habe das versucht, mit allen Sch\u00fclern, auch mit denen, die ich nicht im Unterricht hatte. Dank meines guten Ged\u00e4chtnisses kannte ich mindestens 450 Sch\u00fcler mit Namen und sprach so oft wie m\u00f6glich mit ihnen \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen N\u00f6te.<\/p>\n<p>Vom Zustand des v\u00f6lligen Zusammenbruchs bis zu Ostern 1957 war noch nichts Vollkommenes erreicht worden, aber im Ganzen gesehen, doch wohl das optimal m\u00f6gliche. Meine Aufgabe war eigentlich, die bestm\u00f6glichen Bedingungen zu schaffen f\u00fcr eine gute Erzieherarbeit. Ich hoffe, das erreicht zu haben und bin der Meinung, da\u00df meine Nachfolger den besseren Teil zu bew\u00e4ltigen ha-ben, n\u00e4mlich gute p\u00e4dagogische Erfolge.<br \/>\nMein Wunsch ist, da\u00df das Friedrich-B\u00e4hrens-Gymnasium dieses Ziel erreichen m\u00f6ge.<\/p>\n<p><em>Schwerte, den 6.8.1966,<\/em><br \/>\n<em>Wilhelm J\u00e4de<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war seit 1919 zuerst Studienassessor und dann Studienrat an der damaligen Oberrealschule und sp\u00e4teren Ludendorff-Oberschule in Dortmund und betreute seit Sommer 1943 die Sch\u00fcler, welche als Luftwaffenhelfer bei den Dortmunder Flakbatterien Kriegsdienst leisteten. 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